Bawa Abudu – Der Bescheidene Prinz

Der Aufschrei über die Reformen in Deutschland ist allgemein groß. ABM-Maßnahmen, Billigjobs und befristete Teilzeitarbeit sorgen für Empörung.

Im neunten Jahr nun arbeitet Bawa Abudu als Autowäscher an einer Tankstelle in Münster. Selten hört man ihn jammern, was nicht bedeutet, dass er zufrieden ist.

Eigentlich ist der 52-jährige ja Musiker und in seinem Heimatland Ghana längst ein Star; wenngleich sich für ihn aus dem Ruhm kein Kapital schlagen lässt. Radiosender bedienen sich (nach gängiger Praxis) umsonst seines Song-Materials, Erlöse verkaufter CDs versickern auf Straßenmärkten in fremden Taschen – der Handel mit Raubkopien in der westafrikanischen Republik blüht.

Mit seinem neuen Album versucht Bawa Abudu endlich einen Ausweg aus seinem Dasein als Hilfsarbeiter zu finden.

In Deutschland, wo er seit über 20 Jahren seinen festen Wohnsitz und Familie hat, garantiert ihm ein kürzlich abgeschlossener Vertrag mit der Plattenfirma Universal zwar eine Gewinnbeteiligung. Einzig die Nachfrage nach seinen Produktionen bleibt aus.

Der Frust ist groß, und so kehrt Bawa Abudu nach langer Abwesenheit wieder in seine Heimat zurück, in der Hoffnung, einen Teil der Euphorie um seine Person von Afrika nach Deutschland zu transportieren.

Dokumentarfilm (30 Minuten)